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ESG Reporting

ESG in der chemischen Industrie: Herausforderungen für die Berichterstattung

18. Juli 2023

Die chemische Industrie wird seit langem aufgrund ihrer hohen Umweltbelastung durch öffentlichkeitswirksame Vorfälle genauestens unter die Lupe genommen. Angesichts von Zielen wie der Nullverschmutzung, einer giftfreien Umwelt und hoher Nachhaltigkeit, die Teil des europäischen Green Deal sind, ist die Entwicklung einer nachhaltigen Chemie dringender denn je. 

Daten auf Wasser-, Wertschöpfungsketten- und Anlagenebene 

Ähnlich wie die Energiewirtschaft ist auch die chemische Industrie - insbesondere die Petrochemie - auf fossile Brennstoffe und treibhausgasintensive Materialien angewiesen. Sie spielen daher eine Schlüsselrolle bei der Verwirklichung des Ziels einer klimaneutralen EU bis zum Jahr 2050. Die Planung der Umstellung ist eine der größten Herausforderungen für die chemische Industrie. Der Übergangspfad hängt von der Fähigkeit ab, sichere, nachhaltige und zweckmäßige Chemikalien herzustellen.

Die Abfallbewirtschaftung ist aus offensichtlichen Gründen ein kritisches Thema für diese Branche. Die Umweltrisiken der chemischen Industrie sind mit sozialen Risiken verbunden.

Chemische Spuren, die unsere Luft-, Wasser- und Bodensysteme verunreinigen, finden sich auch in alltäglichen Haushaltsgegenständen, die die menschliche Gesundheit gefährden. Das ESG-Management für Produktsicherheit und gefährliche Stoffe muss zwei Hauptzwecken dienen:

  • Sie muss die Umwelt schützen,
  • Sie muss die Menschen schützen.

Zwei weitere aufkommende Themen, die aufgrund des veränderten Bewusstseins zunehmend in den Fokus rücken, sind Tierversuche und Kreislaufwirtschaft. Die Industrie kann damit rechnen, dass sie stärker unter Druck gesetzt wird, ihren Umgang mit diesen Themen als ethisches Anliegen offenzulegen. Auch die Wiederverwendung und das Recycling von Chemikalien werden zu möglichen Zielen politischer Instrumente.

Die Qualität der Offenlegung hängt ganz davon ab, wie gut ein Unternehmen diese Fragen versteht und welche Leitlinien es für die Berichterstattung hat. Aufgrund von Verschmutzungen und Vergiftungen wird die Branche bereits durch eine Reihe von Chemikalienrichtlinien reguliert. Die Einhaltung der Vorschriften ist eine Herausforderung für die Unternehmensführung, die sich fortsetzen wird, je mehr wir über die Auswirkungen von Substanzen und neuen Technologien erfahren.

Das Wasserrisiko ist ein wesentlicher Faktor in der wasserintensiven chemischen Industrie. Doch Umfang und Qualität der wasserbezogenen Angaben reichen bei weitem nicht an das Niveau der Emissionsangaben heran. Die meisten Unternehmen berichten über das Wasserrisiko in Form einer einzigen Kennzahl, entweder über Verbrauchskennzahlen wie Entnahme und Recycling oder über die Effizienz der Wassernutzung, ohne dabei einen Bezug zum Wassereinzugsgebiet herzustellen und mit noch weniger Informationen über die Wasserbewirtschaftung.  

Die derzeitige wasserbezogene Berichterstattung ist häufig unzureichend, um die Komplexität wasserbezogener Themen zu erfassen, wie z. B. standortbezogener Wasserstress und -knappheit, Daten auf Anlagenebene und die Wesentlichkeit von Wasser in der Wertschöpfungskette. Diese Informationen verleihen den Zahlen einen Kontext. Die Herausforderung der Datenerfassung in der chemischen Wertschöpfungskette und auf der Ebene der Anlagen verkompliziert die Dinge zusätzlich. Außerdem fehlen standardisierte zeitliche und räumliche Vergleiche von Wassereinzugsgebieten, die eine Vergleichbarkeit ermöglichen würden.  

Was können Unternehmen tun, um Risiken zu mindern? 

Nehmen Sie sich die Zeit, um Fachwissen über die wasserbezogenen Fragen in Ihrem Unternehmen zu erwerben. Diese Themen können sehr technisch und standortspezifisch sein. Mehr Kontext und Verständnis für die mehrdimensionalen Parameter, die das Wasserrisiko umgeben, können die Genauigkeit und Klarheit der Berichterstattung verbessern und gleichzeitig zeigen, dass sich Ihr Unternehmen seiner wesentlichen Risiken voll bewusst ist.

ESG-Berichtsrahmen, die Wasser als wesentliches Thema einbeziehen, wie z. B. der Wasserfragebogen des CDP, sind ein guter Ausgangspunkt. Darin wird häufig empfohlen, über die offensichtlichen Verbrauchskennzahlen hinaus über verschiedene wasserbezogene Indikatoren zu berichten. Dennoch sind sie bei weitem nicht so umfassend, wie eine Wasserberichterstattung sein könnte. In dem Maße, in dem Nachhaltigkeitsbewertungen für den Wasserfußabdruck oder Rahmenwerke für die chemische Industrie entwickelt werden, können Unternehmen diese bestehenden Rahmenwerke nutzen, um ihren Ansatz für die Berichterstattung zum Thema Wasser zu entwickeln.

Wie wir Ihnen helfen 

  • Wir helfen Ihnen, die für Ihr Unternehmen relevanten wasserbezogenen Daten zu ermitteln, damit Sie die Anforderungen und Normen für die Berichterstattung erfüllen können. 
  • Wir helfen Ihnen, Daten auf Anlagenebene und Wasserrisikoindikatoren in Ihrer Produktionskette sinnvoll zu nutzen. 
  • Wir vereinfachen die Erfassung von ESG-Daten in Ihrem Unternehmen, indem wir eine zentrale Plattform zur Automatisierung der Datenerfassung mit Integrationen in ERP, HRM, CRM, EMS usw. anbieten. 
  • Wir erleichtern die Datenerfassung bei Ihren Zulieferern und Auftragnehmern und sorgen dafür, dass die relevanten Informationen vollständig und genau ankommen. Wir übernehmen die Last des Informationsaustauschs mit mehreren Beteiligten. 
  • Wir führen Risikoanalysen in Ihrer Wertschöpfungskette durch und richten einen Beschwerdemechanismus ein, der den Datenfluss zu unserer Analyseplattform automatisiert.

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